FREE!: Historie
1991 - Beginn der Computervernetzung im WiLa
Anfang 1991 kamen der erste Computer und das erste Modem in den Wissenschaftsladen Dortmund ("WiLa"). Zu diesem Zeitpunkt wuchs das allgemeine Interesse an unzensierter Informationen zum sogenannten Golfkrieg, gegen den sich auch der Wissenschaftsladen Dortmund engagierte ("Kein Blut für Öl").
1992 / '93 - Mailboxen und der Weg ins Netz
Nach dem Start in Mailboxnetzen und der Nutzung von Mail und News begann der WiLa 1992 (mit der Nutzung von UNIX) Netzverbindungen auch für andere zur Verfügung zu stellen. Aus inhaltlichen und technischen Gründen entstand der Wunsch nach Zugang zum - damals (1993) nur für Hochschulen, Großbetriebe usw. erschwinglichen - Exoten-Netz Internet. Zusammen mit anderen Aktivisten bauten wir 1993 eine auch für die Normalbevölkerung erschwingliche Zugangsmöglichkeit ins Internet mit auf (PING), sodass die Server im WiLa Anfang '94 mit einer Standleitung via PING Teil des Internetz wurden. Kurze Zeit später boten wir darüber WorldWideWeb-Seiten zu ökologischen und gesellschaftskritischen Themen an. Umgekehrt konnten Menschen ohne eigenen Computer oder Internetzugang aus den WiLa-Räumen auf das Internet zugreifen.
1996 - Eigene Leitung ins Internet
Da das Vernetzungsprojekt im WiLa die eigene Technik von Anfang an auch für progressive politische Inhalte zur Verfügung stellte, wurde es schließlich mit einer Zensurdrohung konfrontiert. Daraufhin stellten die im WiLa Aktiven trotz erheblichen finanziellen Risikos Mitte '96 eigene Internetconnectivity her. Seitdem - der Name ist Programm - heißt das Vernetzungsprojekt im WiLa "FREE!" und unsere Domain free.de.
1997 - Umzug in den Dortmunder Norden
Im Herbst 1997 verließ der Wissenschaftsladen Dortmund die alten Räumlichkeiten an der Lindemannstraße - die Studierendenschaften von Uni und FH waren nicht mehr in der Lage, die (Frei)Räume des Uni/FH-Clubs gegen die Rektorate aufrecht zu erhalten. Der WiLa zog in das Kultur- und Initiativenhaus Langer August in der Braunschweiger Straße 22 (Nähe Nordmarkt). Hier fand auch das FREE! Projekt eine neue (und selbstverwaltete:) Bleibe.
2001 - Bedrohung des FREE!-Projekts durch Abmahnung
Das Unternehmen ISI Marketing versuchte, das FREE!-Projekt bzw. den Wissenschaftsladen Dortmund per einstweiliger Verfügung dazu zu zwingen, ein Dokument vom Netz zu nehmen bzw. zu modifizieren. Das Dokument befand sich auf der Website einer Initiative von ArbeiterInnen in Callcentern (HOTLINES) die von FREE! gehostet wurde. Die Antragsbegründung verwies auf das Wettbewerbsrecht, und erweckte den Eindruck, als habe nicht HOTLINES, sondern der Wissenschaftsladen selbst das besagte Dokument verfasst.
Bei der mündlichen Verhandlung konnte das Landgericht Bochum konnte glücklicherweise kein Wettbewerbsverhältnis (UWG) zwischen ISI Marketing und dem Wissenschaftsladen Dortmund erkennen. Folglich sah es keine besondere Dringlichkeit und lehnte den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung ab. Auf die darüber hinaus angedrohte Klage verzichtete ISI Marketing letztendlich - wohl wegen des starken Interesses der (Netz-)Öffentlichkeit. Ansonsten hätten die zu erwartenden Prozesskosten im fünfstelligen Bereich vermutlich das aus für FREE! bedeutet.
Effektiv handelte es sich um einen massiven Angriff auf die Meinungsfreiheit im Internet. Wenn sich (in diesem Fall CallCenter-)ArbeiterInnen im WorldWideWeb nicht mehr umgangssprachlich über ihre Arbeitsbedingungen austauschen können, ohne vorher (und ggf. nachher) juristischen Beistand in Anspruch zu nehmen, dann hat das auf die Dauer zur Folge, daß ein Großteil der Bevölkerung von der Nutzung des Mediums für ihre Belange ausgeschlossen wird. Mehr dazu
2004 - FREE! wird Autonomes System
Schon seit dem Umzug in den Langen August war FREE! über zwei unabhängige Standleitungen mit dem Internet verbunden. Anlässlich einer Bandbreitenerhöhung im Frühling 2004 wurde mit Hilfe unserer upstream Provider die überfällige technische Innovation durchgeführt, und der WiLa bekam einen eigenen Adressblock vom RIPE zugeteilt. Damit diese Adressen redundant (d.h. über beide Verbindungen ins Internet) erreicht werden können, wurde FREE! ein sog. autonomous system ("AS"), d.h. ein eigenständiger Teil des Internet. Auch durch die Beschaffung professioneller Hardware konnte die Stabilität des Serverbetriebs weiter verbessert werden. Mit dem Einzug des Chaostreffs im Herbst 2005 in den Langen August wurde unser AS31371 um den Adressblock des Chaostreffs erweitert.
2008 - Photovoltaik speist die FREE! Server
Zurück zu den ökologischen Wurzeln: Solarmodule auf dem Dach des Langen August speisen mit fast 2kW peak direkt die FREE! Technik - und die Energieerzeugungsstatistiken ins Internet. Der Restbedarf wird atomstromfrei bezogen (seit dem Jahr 2000 bis März 2011 von den EWS (Schönau), seitdem von Naturstrom).
2009 - Ausbau der Photovoltaikanlage
Erweiterung der Anlage auf eine Nennleistung von 4kW.
2010 - Glasfaseranschluss zum Rest der Welt
Mit dem neuen Anschluss ist die Bandbreite auf 34 Mbit (symmetrisch) gestiegen.
Anfang 1991 kamen der erste Computer und das erste Modem in den Wissenschaftsladen Dortmund ("WiLa"). Zu diesem Zeitpunkt wuchs das allgemeine Interesse an unzensierter Informationen zum sogenannten Golfkrieg, gegen den sich auch der Wissenschaftsladen Dortmund engagierte ("Kein Blut für Öl").
1992 / '93 - Mailboxen und der Weg ins Netz
Nach dem Start in Mailboxnetzen und der Nutzung von Mail und News begann der WiLa 1992 (mit der Nutzung von UNIX) Netzverbindungen auch für andere zur Verfügung zu stellen. Aus inhaltlichen und technischen Gründen entstand der Wunsch nach Zugang zum - damals (1993) nur für Hochschulen, Großbetriebe usw. erschwinglichen - Exoten-Netz Internet. Zusammen mit anderen Aktivisten bauten wir 1993 eine auch für die Normalbevölkerung erschwingliche Zugangsmöglichkeit ins Internet mit auf (PING), sodass die Server im WiLa Anfang '94 mit einer Standleitung via PING Teil des Internetz wurden. Kurze Zeit später boten wir darüber WorldWideWeb-Seiten zu ökologischen und gesellschaftskritischen Themen an. Umgekehrt konnten Menschen ohne eigenen Computer oder Internetzugang aus den WiLa-Räumen auf das Internet zugreifen.
1996 - Eigene Leitung ins Internet
Da das Vernetzungsprojekt im WiLa die eigene Technik von Anfang an auch für progressive politische Inhalte zur Verfügung stellte, wurde es schließlich mit einer Zensurdrohung konfrontiert. Daraufhin stellten die im WiLa Aktiven trotz erheblichen finanziellen Risikos Mitte '96 eigene Internetconnectivity her. Seitdem - der Name ist Programm - heißt das Vernetzungsprojekt im WiLa "FREE!" und unsere Domain free.de.
1997 - Umzug in den Dortmunder Norden
Im Herbst 1997 verließ der Wissenschaftsladen Dortmund die alten Räumlichkeiten an der Lindemannstraße - die Studierendenschaften von Uni und FH waren nicht mehr in der Lage, die (Frei)Räume des Uni/FH-Clubs gegen die Rektorate aufrecht zu erhalten. Der WiLa zog in das Kultur- und Initiativenhaus Langer August in der Braunschweiger Straße 22 (Nähe Nordmarkt). Hier fand auch das FREE! Projekt eine neue (und selbstverwaltete:) Bleibe.
2001 - Bedrohung des FREE!-Projekts durch Abmahnung
Das Unternehmen ISI Marketing versuchte, das FREE!-Projekt bzw. den Wissenschaftsladen Dortmund per einstweiliger Verfügung dazu zu zwingen, ein Dokument vom Netz zu nehmen bzw. zu modifizieren. Das Dokument befand sich auf der Website einer Initiative von ArbeiterInnen in Callcentern (HOTLINES) die von FREE! gehostet wurde. Die Antragsbegründung verwies auf das Wettbewerbsrecht, und erweckte den Eindruck, als habe nicht HOTLINES, sondern der Wissenschaftsladen selbst das besagte Dokument verfasst.
Bei der mündlichen Verhandlung konnte das Landgericht Bochum konnte glücklicherweise kein Wettbewerbsverhältnis (UWG) zwischen ISI Marketing und dem Wissenschaftsladen Dortmund erkennen. Folglich sah es keine besondere Dringlichkeit und lehnte den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung ab. Auf die darüber hinaus angedrohte Klage verzichtete ISI Marketing letztendlich - wohl wegen des starken Interesses der (Netz-)Öffentlichkeit. Ansonsten hätten die zu erwartenden Prozesskosten im fünfstelligen Bereich vermutlich das aus für FREE! bedeutet.
Effektiv handelte es sich um einen massiven Angriff auf die Meinungsfreiheit im Internet. Wenn sich (in diesem Fall CallCenter-)ArbeiterInnen im WorldWideWeb nicht mehr umgangssprachlich über ihre Arbeitsbedingungen austauschen können, ohne vorher (und ggf. nachher) juristischen Beistand in Anspruch zu nehmen, dann hat das auf die Dauer zur Folge, daß ein Großteil der Bevölkerung von der Nutzung des Mediums für ihre Belange ausgeschlossen wird. Mehr dazu
2004 - FREE! wird Autonomes System
Schon seit dem Umzug in den Langen August war FREE! über zwei unabhängige Standleitungen mit dem Internet verbunden. Anlässlich einer Bandbreitenerhöhung im Frühling 2004 wurde mit Hilfe unserer upstream Provider die überfällige technische Innovation durchgeführt, und der WiLa bekam einen eigenen Adressblock vom RIPE zugeteilt. Damit diese Adressen redundant (d.h. über beide Verbindungen ins Internet) erreicht werden können, wurde FREE! ein sog. autonomous system ("AS"), d.h. ein eigenständiger Teil des Internet. Auch durch die Beschaffung professioneller Hardware konnte die Stabilität des Serverbetriebs weiter verbessert werden. Mit dem Einzug des Chaostreffs im Herbst 2005 in den Langen August wurde unser AS31371 um den Adressblock des Chaostreffs erweitert.
2008 - Photovoltaik speist die FREE! Server
Zurück zu den ökologischen Wurzeln: Solarmodule auf dem Dach des Langen August speisen mit fast 2kW peak direkt die FREE! Technik - und die Energieerzeugungsstatistiken ins Internet. Der Restbedarf wird atomstromfrei bezogen (seit dem Jahr 2000 bis März 2011 von den EWS (Schönau), seitdem von Naturstrom).
2009 - Ausbau der Photovoltaikanlage
Erweiterung der Anlage auf eine Nennleistung von 4kW.
2010 - Glasfaseranschluss zum Rest der Welt
Mit dem neuen Anschluss ist die Bandbreite auf 34 Mbit (symmetrisch) gestiegen.

